Christi Himmelfahrt - Feste: Hot Spots des Lebens für Familien

5 Ist das Fläschchen vorbereitet? Liegt die Handynummer parat? Weiß der Babysitter, welches Kuscheltier ans Fußende gehört? Wenn Mutter oder Vater das erste Mal wieder alleine weggehen, dann möchten sie, dass zu- hause für die Kleinen alles gut geregelt ist und sie mit gutem Gewissen gehen können. Noch aufregender ist es, wenn die Kinder sich für ei- nen Babysitter schon zu groß fühlen und erst- malig ganz allein bleiben wollen! Da braucht es schon eine Menge Vertrauen. Doch wenn alles gut geregelt ist, kann es eine tolle Erfahrung werden: für Mutter und Vater, weil sie Verant- wortung abgeben und sich einmal wieder ganz sich selbst widmen können. Für die Kinder, weil es toll ist, etwas »ganz alleine« zu schaffen! Das Fest »Christi Himmelfahrt« erzählt von einer ähnlichen – und doch ganz anderen – Situation: Nach Hinrichtung, Grabesruhe und Auferstehung begegnet Jesus seinen Freunden und Anhängern in verschiedensten Situati- onen. Aber dann, nach 40 Tagen, verlässt er sie. »Er wurde zum Himmel emporgehoben«, so beschreibt es der Evangelist Lukas (Kapitel 24, Vers 52). »… und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken«, heißt es in der Apostelgeschichte (Kapitel 1, Vers 9). Waren die Freunde Jesu nun traurig? Oder wütend? Oder enttäuscht? Erstaunlicherweise berichtet die Bibel, dass sie »voll Freude« nach Hause zurückkehrten. Vierzig Tage lang erscheint Jesus Christus nach seiner Auferstehung seinen Freunden und erklärt ihnen, wie Leben, Tod und Auf- erstehung zu verstehen sind. Sie kennen die Zahlensymbolik: 40, diese Zahl steht in den alten Schriften für »Vollendung«. Nun hatten sie also alles, was nötig war, um aus dem Geist Christi heraus die Welt zu gestalten, Traurige zu trösten, Hungrige zu sättigen und so für ein Stück »Himmel auf Erden« zu sorgen. Sie verstehen: Jesus ist weiterhin bei ihnen, in seiner Botschaft, in der Begegnung unter- einander, in der Mahlgemeinschaft. Die Be- gegnung mit ihm ist nicht mehr gebunden an Raum und Zeit. Der »Himmel« ist kein uner- reichbar ferner Ort mehr. Mit dem Wort »Him- mel« ist eine Beziehung beschrieben: Gott in den Menschen und Gott um sie herum. Gott ist immer schon da. Doch er drängt sich nicht auf. Er traut den Menschen zu, dass sie selber in dieser Welt frei handeln, eigene Wege gehen können. Und man kann sich ihm anvertrauen, wo die eigenen Wege begrenzt oder beendet zu sein scheinen. Er ist ein mitgehender Gott. Gott will in dieser Welt entdeckt werden. Wenn früher Menschen am Himmelfahrtstag zu Wall- fahrten aufbrachen, wenn heute Familien in die Natur hinausziehen, erinnern diese Auf- brüche daran: Nimm dir Zeit, die Spuren Gottes auf Erden zu entdecken. Folge ihnen, damit das Reich Gottes, der Himmel, schon hier beginnt. FESTBOTSCHAFT

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